Blättchen

Köln

Kölner Autofahrer: Es gibt keine Radfahrer.Kölner Radfahrer: Es gibt keine Radfahrer außer mir.Kölner Fußgänger: Es gibt keine Radfahrer. Es gibt keine anderen Fußgänger. Es gibt kein Leben außerhalb meiner unmittelbaren physischen Präsenz. Das Universum beginnt und endet mit mir. Zorp ist tot, lang lebe Zorp.

Provinz

Telgte, ein Ort, in dem Verkehrsregeln durch starken Katholizismus ersetzt werden.

Life Hack

Der Einkauf der älteren Dame im Supermarkt vor mir bestand aus vierzig Schachteln Zigaretten und drei Kilogramm Walnüssen. Ich wette, sie ist superschlau und superchilled.

Fortschritt

Kindergartenmädchen zum Kindergartenjungen in der U-Bahn: “Wenn du dich nicht so breit machst, passt da noch jemand hin.” Manspreading im Keim erstickt.

Selbsterkenntnis

Problematisch wird es, wenn sich die Zunge als schärfer erweist als der Verstand.

Köln II

Kölner in jeder anderen deutschen Stadt:“Entschuldigen Sie, es ist ja sehr hübsch hier, aber irgendwie fehlt mir die selbstverständliche Anerkennung ranziger Ästhetik ohne selbstgefällige Hipster-Überhöhung zur Integration in einen Understatement-live-and-let-live-Lebensstil. Und überhaupt: Wo ist der gay vibe?”

Weisheit

Ich glaube, Klempnern reflektiert das Leben als solches. Man flucht, man weint, man ist zwischendurch vorsichtig optimistisch und egal, ob etwas funktioniert oder nicht, es endet irgendwie mit Bier.

Lebensplanung

Kinder und Karriere schön und gut, aber wie befriedigend ist es, einen überlaufenden Staubsaugerbeutel auszutauschen und danach mit Superkraft zu saugen?

Haltung zeigen

Um nicht zwischen zwei Stühlen zu sitzen, bleibe ich manchmal gerne einfach im Bett.

Coffee Table Book

Gerade eine Buch-Idee gehabt: “Die Kunst des unauffälligen Kotzens. Ein Bildband”. Mit Material vom Oktoberfest, von Jugendlichen auf dem Land hinter Heuballen usw.

Frau in der Küche

Jeden Tag erinnert meine Küche mich daran, dass sie in den 70ern entworfen wurde, vermutlich von einem Mann mit 1,65m großen Frauen als Zielgruppe im Kopf.

Fun

Someone just mansplained mansplaining to me. Fun evening.

Kapitalismus

Beim Portemonnaie-Flicken einen Geldschein anzunähen, ist eine ganz neue Definition von Festgeldanlage.

Horror

Ich wollte eigentlich morgen Es 2 sehen, aber ich bin mit dem Höcke-Interview schon bedient vom Genre.

Industry Secrets

Anyone who says “Don’t judge a book by its cover” has cleary never worked as a bookseller.

Dorothy on the Streets, Blanche in the Sheets

“Wir entwickeln eine App für Menschen mit chronischem Erschöpfungssyndrom, das sagt dir wahrscheinlich nichts.” “Doch, doch, chronic fatigue, Dorothy in Golden Girls hatte das.” “Was ist Golden Girls?” “Du weißt nicht, wer die Golden Girls sind, wie alt bist du denn?!” “25, aber du bist doch auch nicht älter.” Nicht, dass ich mich über die […]

Living on the Edge

Bei einem Vorstellungsgespräch tiefroten Lippenstift und Kontaktlinsen zu tragen, die verrutschen könnten, ist meine Version von Zwo, Eins, Risiko.

Kapitalismus II

Die extrem beschäftigte und quirlige Starbucks-Dame hat mir ein großes Herz auf meinen Becher gemalt. Wenn das nicht der Inbegriff der trivial-symbolisierten Zuneigung inmitten des Kommerzkapitalismus ist, weiß ich es auch nicht.

Provinz II

In Telgte gibt es einen fahrenden Stand namens “Max und Moritz’ Grillhähnchen”. Ich warte auf “Schneewittchens Apfellese” und “Aschenputtels böse Stiefschwestern ihr Schuhladen”.